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ARBEITSPLÄTZE: Starker Arbeitsmarkt der Werbebranche

BERLIN, 06.02.2008 (zaw) – Die Lage für die fast 600.000 Beschäftigten in der Werbewirtschaft könnte gegenwärtig kaum besser sein. Weiter sinkende Arbeitslosenquote, stabile Arbeitsplätze mit Auftriebstendenz sowie anhaltende Suche von Werbeagenturen, werbenden Unternehmen und Medien nach Experten der kommerziellen Kommunikation, das ist die Quersumme von Daten, die der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) jetzt in Berlin zum Arbeitsmarkt der Werbebranche vorgelegt hat.

Dennoch warnt die Dachorganisation von 41 Verbänden des Wirtschaftszweigs (Umsatz 30 Milliarden Euro) mit Blick auf die Zukunft vor Blauäugigkeit: "Wir steuern auf Probleme zu", sagte ein ZAW-Sprecher in Berlin.

Hoher Beschäftigungsgrad erreicht

Gegenwärtig arbeiten im Kernbereich der Werbewirtschaft (Stichtag 31.12.2007) insgesamt 186.796 Fachkräfte, davon 134.570 in der Werbegestaltung wie Agenturen, Grafik-Ateliers, Werbefotografen, 37.803 in den Werbeabteilungen der Unternehmen von Herstellern, Dienstleistern und Handel sowie 14.423 Beschäftigte in der Verbreitung von Werbemitteln, insbesondere bei Verlagen, Funkmedien oder in der Außenwerbung.

In den korrespondieren Bereichen der Zulieferbetriebe, wie der Druckindustrie und Papierwirtschaft, sind zur Zeit 165.923 Menschen beschäftigt, während im Sektor Telefonmarketing rund 210.000 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

Damit sei ein hoher Beschäftigungsgrad erreicht, der sich in den kommenden Jahren zunächst noch ausweiten werde. Angesichts der schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland nähere sich die Werbewirtschaft allerdings der Frage, woher der Nachwuchs kommen soll, wenn sämtliche Branchen und auch die öffentliche Verwaltung Jugendliche mit attraktiven Angeboten auf ihre Seite zu locken versuchen werden. "Attraktive Arbeitsmöglichkeiten insbesondere für Frauen mit Kindern und für ältere Werbefachexperten bieten sich als eine strategische Maßnahme an, um das hohe Leistungsniveau der deutschen Werbewirtschaft auch in den nächsten zehn Jahren zu halten", so der ZAW in seiner Analyse.

Tabelle: Beschäftigte in der Werbewirtschaft (pdf)

Arbeitslosenquote sinkt weiter

Als erfreulich bewertet der ZAW auch den Trend bei den Arbeitslosenzahlen. Sie liegen mit einer Quote von 4,1 Prozent zum Jahresende 2007 auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. 2003 war der Höhepunkt mit 5,2 Prozent Arbeitslosen in der Werbebranche. Die noch immer stark konjunkturabhängige Werbewirtschaft sei aber nicht gegen steigende Arbeitslosigkeit gefeit, erinnert der ZAW mit Blick auf die zurückliegende Werberezession zwischen 2001 und 2003.

Tabelle: Arbeitslose in der Werbebranche (pdf)

Stellenausschreibungen zugenommen, aber uneinheitlich

Im Jahr 2007 hat die Ausschreibung von Arbeitsplätzen in der Branche zwar um 8 Prozent auf 5.066 Offerten erneut zugenommen, berichtet der ZAW. Gegenüber dem Vorjahr sei dies aber eine Abkühlung der überhitzten Nachfrage 2006 von +34 Prozent.

Offenkundig sei der hohe Nachholbedarf an Werbepersonal bei werbenden Firmen zunächst gedeckt; sie verminderten 2007 ihre Stellenausschreibungen um 19 Prozent nachdem sie im Jahr zuvor noch ihre Suche um 56 Prozent gesteigert hatten.

Dagegen intensivierten die Werbeagenturen ihre Offerten an Werbefachleute erneut um 18 Prozent (Vorjahr: 30 Prozent) und die Medien um 6 Prozent (+24 Prozent).

Grafik: Stellenangebote Werbeberufe 2007 (pdf)
Tabelle: Stellenangebote Werbeberufe Tabelle 2007 (pdf)
Tabelle: Stellenanbieter nach Gruppen (pdf)

Immer mehr Stellenangebote im Internet

Auffällig war laut ZAW-Analyse im zurückliegenden Jahr auch der Aufstieg des Internet als Angebotsplattform für Arbeitsplätze in der Werbebranche. Wurden 2006 erst ein Viertel der Stellenangebote (26 Prozent) auf Portalen von Agenturen, Medien und werbenden Unternehmen ausgeschrieben, waren es 2007 bereits ein Drittel (34 Prozent). Diese Umschichtung gehe im Trend eher nicht zu Lasten der Werbefachpresse oder regionaler Zeitungen, sondern die größeren Blätter müssten den Schwund in der gedruckten Ausgabe durch vermehrte Auftragsschaltungen in ihrem eigenen Onlinedienst umzulenken versuchen. Ob diese gelinge, sei gegenwärtig noch offen.

Ausblick mit Fragezeichen

Angesichts der heraufziehenden demographischen Probleme in Deutschland, der anhaltenden Konjunkturanfälligkeit der Werbebranche und punktuellen Sättigungserscheinungen bei der Nachfrage nach Werbefachexperten sei beim Blick auf die Zukunft Blauäugigkeit nicht angebracht, meint der ZAW. Attraktive Aus- und Fortbildungsprogramme, den Lebensumständen angepasste Arbeitsmöglichkeiten und leistungsgerechte Bezahlung seien die Trümpfe, mit denen sich die deutsche Werbewirtschaft den Nachwuchs und damit ihre Zukunft sichern könne.


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