Standpunkte

 

Anlässlich der Jahrestagung 2016 des Markenverbands

Am 22. September hat die Jahrestagung des Markenverbands in der Staatsbibliothek zu Berlin stattgefunden, u.a. mit dem Forum Marke 2016. Es ist das bedeutendste Informations- und Networking-Event der Markenwirtschaft. Deutschlands Markenunternehmen sind mit ihren wirtschaftlichen Leistungen und ihrem gesellschaftlichen Engagement unverzichtbare Stützen der sozialen Marktwirtschaft. Doch dies setzt voraus, dass die Gesellschaft die Werte ihrer Offenheit in allen Bereichen respektiert und schützt, betonte Franz-Peter Falke, Präsident des Markenverbands in seiner Keynote. Die nachfolgenden Standpunkte sind ein Auszug seiner Eröffnungsrede.


Franz-Peter Falke, Präsident Markenverband 
Franz-Peter Falke, Präsident Markenverband

Leuchtturm Marke! Wertezeichen für eine offene Gesellschaft

Dieses für das Forum Marke 2016 gewählte Motto ist ein klares Bekenntnis von uns Markenunternehmern zu den politischen und wirtschaftlichen Grundpfeilern unserer offenen Gesellschaft: Demokratie, Marktwirtschaft und individuelle Freiheit.

Diese Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind auch die Basis für wirtschaftlichen Erfolg und den damit verbundenen Wohlstand. Marken sind hierbei die weltweiten Botschafter für die Leistungen unserer Gesellschaft. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Markenwirtschaft ist sehr hoch und beweist ihre Stärke gerade in Zeiten des Wandels. Seit über zehn Jahren sind die deutschen Markenunternehmen auf Wachstumskurs. Aktuell erzielen sie mit mehr als einer Billion Euro über 21 Prozent aller Umsätze in Deutschland, die öffentlichen Haushalte erzielen etwa 18 Prozent ihrer Einnahmen durch die Unternehmen und 12 Prozent aller Beschäftigten werden von Markenunternehmen beschäftigt. Und für die Verbraucher sind Marken die Leuchttürme im Markt, die ihnen Orientierung geben. Leuchttürme, die klare Signale senden, die verlässlich das Angebot kommunizieren, die Werte kommunizieren und für Unternehmer Werte darstellen. Das macht sie zu einem stabilisierenden Element für Verbraucher, Markenunternehmer und Gesellschaft gleichermaßen.

Solche positiven Wechselwirkungen sind nur möglich in einer Gesellschaft, welche die Werte ihrer Offenheit – freie Marktwirtschaft, freie Kommunikation und Entscheidungsfreiheit der mündigen Bürger – in allen gesellschaftlichen Bereichen respektiert und sich schützend für diese einsetzt.

Doch wir müssen mit Sorge wahrnehmen, dass ein vormundschaftlicher Staat zunehmend in die Freiräume für eigenverantwortliche Entscheidungen zugunsten kollektiver Regelungen eingreift.

So wird den mündigen Verbrauchern kurzerhand die Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung abgesprochen. So will die Politik bestimmen, was Verbraucher kaufen sollen. Diese sozusagen politisch erwünschten Produkte sollen den Verbrauchern nicht nur gut sichtbar präsentiert werden; sondern am besten darüber hinaus noch mit unzulässiger Vereinfachung positiv markiert werden – etwa mit einer grünen Ampel, die immer wieder in der politischen Diskussion auftaucht.

Und Produkte, die Verbraucher aus Sicht der Politik nicht kaufen sollen, die also unerwünscht sind, sollen am besten mit Warnhinweisen versehen werden, oder es wird gleich noch über Werbeverbote für diese legalen und frei verkäuflichen Produkte nachgedacht.

Was wir aber benötigen, ist das Gegenteil: nicht eine Schwächung unserer Wettbewerbsposition, sondern eine Stärkung der Freiräume für unternehmerisches Handeln und der Entscheidungsfreiheit jedes einzelnen Bürgers. Wir Markenunternehmer wollen durch unser eigenes eigenverantwortliches Handeln auch in Zukunft zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stabilität und Prosperität Deutschlands beitragen. Und wir werden auch in Zukunft aktiv Einfluss nehmen auf die positive Gestaltung der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Franz-Peter Falke, Präsident Markenverband

 

Neue Standpunkte auf zaw.de am 7. Oktober 2016.