Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V.

 

Deutscher Werberat

Das System der Werbeselbstregulierung bedeutet die Umsetzung der in modernen Gesellschaften auch politisch gewollten Verantwortung der werbenden Unternehmen. Seine Wirksamkeit ist durch hohe Durchsetzungsquoten belegt.

Die Werbewirtschaft ist sich ihrer Verantwortung für ein angemessenes Werbeverhalten sehr bewusst. Aus diesem Grund hat sich die Branche bereits 1972 selbst ein System gegeben, das ordnend in den Werbemarkt eingreift und jedermann die Möglichkeit eröffnet, gegen unangemessene Werbung unbürokratisch vorzugehen. Diese Funktion übernimmt bereits seit 1972 der von den 45 ZAW-Verbänden getragene Deutsche Werberat.

Wie weit darf Werbung gehen? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit der Selbstkontrolleinrichtung. Die ganze Bandbreite möglicher Kommunikationsinhalte lässt sich nicht in spezielle Regelwerke fassen. Die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats tragen aber als wichtige Leitplanken für die gesamte Werbewirtschaft dazu bei, dass Grenzüberschreitungen vermieden werden. Sie sind zusätzlich zu den gesetzlichen Vorschriften zu beachten.

Die Arbeit des Werberats ist innerhalb der Branche hochakzeptiert. Seine Durchsetzungsquote bei den von Beanstandungen betroffenen Unternehmen beträgt im Schnitt der vergangenen vier Jahrzehnte über 94 Prozent. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn es handelt sich bei den Streitfällen um rechtlich einwandfreie Werbung.

Bilanz 2017 des Deutschen Werberats

Im Jahr 2017 erreichten den Deutschen Werberat insgesamt 1.389 Beschwerden, die sich auf 787 Beschwerdefälle verteilten (+12 Prozent). Pro Woche meldeten Verbraucher und Organisationen durchschnittlich 15 Werbemaßnahmen. Von den 787 geprüften Fällen fielen 257 Fälle nicht in die Zuständigkeit der Selbstkontrolleinrichtung, etwa weil es sich nicht um Wirtschaftswerbung, sondern um Werbung von Behörden oder Parteien handelte, weil Produkte an sich kritisiert oder Verstöße gegen gesetzliche Werbeverbote geltend gemacht wurden.

Der Werberat entschied über 530 einzelne Werbesujets, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 20 Prozent. Dabei ging es sowohl um bundesweit geschaltete Plakatkampagnen oder TV-Spots als auch um weniger reichweitenstarke Werbemaßnahmen wie zum Beispiel Schaufensterwerbung, Werbung auf Firmenfahrzeugen, Fotos auf der unternehmenseigenen Internetseite oder im Social-Media-Kanal. Die Menschen wandten sich auch im zurückliegenden Jahr mit den unterschiedlichsten Anliegen an den Werberat: Sie sahen Kinder durch einzelne Werbemaßnahmen in der Entwicklung beeinträchtigt, fühlten sich als Frau herabgewürdigt oder diskriminiert, sahen allgemeine Grundsätze von Anstand und Moral verletzt oder empfanden Werbung als gewaltverherrlichend oder rassistisch und vieles mehr.

Der Deutsche Werberat teilte in 135 Fällen die werbekritische Ansicht der Beschwerdeführer. Die Unternehmen wurden über den Verstoß gegen den Werbekodex informiert und der Werberat konnte in 121 Fällen erreichen, dass die Werbung gestoppt oder geändert wurde. Damit belegt das Jahresergebnis 2017 erneut die hohe Durchsetzungskraft des Deutschen Werberats: 90 Prozent der Unternehmen folgten dem Votum des Gremiums unmittelbar, indem sie freiwillig ihre rechtlich zulässige Werbung aus dem Markt nahmen oder entsprechend korrigierten. Nur wenige Unternehmen reagierten nicht auf die Beanstandung und erhielten deshalb eine Öffentliche Rüge.

Seine Jahresbilanz 2017 mit allen Zahlen rund um die Beschwerdestatistik hat der Deutsche Werberat am 15. März 2018 veröffentlicht.

Stand: März 2018

 

Deutscher Werberat

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1 Drucksache DS/1013-91/IV vom 26.2.2014.
2 Auszug aus der Begründung des Antrags: „Deswegen fordern wir, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es verunmöglichen, dass sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung überhaupt veröffentlicht wird.“   Drucksache DS/1013/IV vom 21.1.2014.
3 Die Verhaltensregeln des Werberats sind abrufbar unter www.werberat.de/verhaltensregeln.
4 Ausführlich zur Werberats-Bilanz 2013: Jahrbuch Deutscher Werberat 2014, Verlag edition ZAW.