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ZAW: Werbeverbote sind kein Mittel gegen frauenfeindliche Übergriffe (ZAW Pressemeldung Nr. 01/16)

BERLIN, 18. Januar 2016 – Der Dachverband der deutschen Werbewirtschaft verurteilt scharf die massenhaften Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten. Es ist aber sachwidrig, diese Vorkommnisse mit der Werbewirtschaft in Verbindung zu bringen und aus diesem Anlass ein gesetzliches Verbot geschlechterdiskriminierender Werbung zu fordern, so wie es der SPD-Parteivorstand auf seiner Jahresauftaktklausur heute beschlossen hat.

„Rechtswidriges Verhalten wie in Köln hat nichts mit Werbung zu tun“, betont Manfred Parteina, Hauptgeschäftsführer des ZAW. „Neue gesetzliche Regelungen zur Werbung wären eine Scheinlösung im Rahmen einer großen gesellschaftlichen Herausforderung.“

Parteina verweist in diesem Zusammenhang auf die effektive Arbeit der Selbstkontrolleinrichtung Deutscher Werberat, die seit Jahrzehnten geschlechterdiskriminierender Werbung erfolgreich entgegenwirkt. Diese Arbeit gelte es auch politisch zu stärken. Auf die positiven Wirkungen der funktionierenden Werbeselbstkontrolle hatte auch die Bundesregierung im Juni 2015 hingewiesen: In ihrem Bericht zum „UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“ betonte sie den engen verfassungsrechtlichen Rahmen bei der Einschränkung von Werbung und würdigte die Arbeit des Deutschen Werberats. Die Federführung bei diesem Bericht hatte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD).